Shipowners - Local Knowldge Global Support

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Oktober 2007

AN ALLE MITGLIEDER

POLICENVERLÄNGERUNG - JAHR 2008/09

In den letzten 10 Jahren stieg die Eigentümertonnage in der International Group um 50% auf über 650 Mio. Registertonnen. Im gleichen Zeitraum stieg die Tonnage im Shipowners’ Club um 182% auf mehr als 14,6 Mio. Registertonnen.

Mit der augenblicklichen Zunahme der Flotte weltweit, mit Auftragsbüchern für Schiffsneubauten, die sich auf 200 Mio. Tonnen belaufen, mit nur sehr wenigen aufgelegten Schiffen und minimalem Abwracken älterer Tonnage erlebt die Schiffahrtsindustrie zur Zeit auf den meisten Sektoren eine Periode kräftig steigenden Wachstums und zunehmender Produktivität.

Historisch gesehen wurde solches Wachstum jedoch von zunehmender Risikoanfälligkeit begleitet, als die Anspruchskosten stiegen.

Im Policenjahr 2006 und während der ersten Hälfte 2007 sahen wir in jedem Schiffssektor ausnahmslos einen starken Anstieg in der Höhe der Versicherungsansprüche. Die Zunahme der Anspruchswerte wurde weitgehend kommentiert und auf Grund unserer eigenen Analyse sind wir in der Lage, einige der Gründe zu identifizieren, weshalb es zu einer derartigen Eskalation im Wert von Versicherungsansprüchen kam:

• Steigende Ölpreise
• Platzknappheit auf Schiffswerften
• Steigende Stahlkosten und Ersatzteilknappheit führten zu erhöhten Reparaturkosten
• Nicht genügend Mannschaften
• Unerfahrene und unzureichend geschulte Mannschaften
• Mannschaftsmüdigkeit
• Steigende Frachtraten führen im Anspruchsfall zu höheren Ausfallzeit-Kosten
• Zunehmende Beschränkungen bei einer Reihe neuer Konventionen

Unsere Politik der Risikobeurteilung ist so streng wie eh und je. Unser Fokus ist nach wie vor, sicherzustellen dass das dem Club vorgelegte Geschäft zum gegenseitigen Vorteil der Mitgliedschaft gezeichnet wird. Unsere Schadensverhütungsabteilung [Loss Prevention Department] hat sich auf Grund unserer Bemühungen vergrößert, bei der Entwicklung von Initiativen zur Schadensverhütung immer enger mit unseren Mitgliedern und ihren Brokern zusammenzuarbeiten. Diese Politik werden wir fortführen.

Was für unsere Mitglieder und deren Broker von absolut fundamentaler Bedeutung bleibt, ist die Aufrechterhaltung der finanziellen Stabilität des Shipowners’ Club. Wir wissen, wie wichtig es für die Mitglieder ist, dafür zu sorgen, dass der Club nicht nur weiterhin den höchsten Leistungsumfang und die weitest-mögliche Deckung bietet sondern auch finanzielle Sicherheit.

Wir zielen darauf ab, einen stabilen Beitrag zu erreichen, denn wir verstehen, dass Schiffseigner keine volatilen Beitragsschwankungen sehen möchten.

Durch vernünftige Versicherungsabschlüsse zu realistischen Sätzen und dem höchsten Umfang an Sicherheit durch Rückversicherung, gekoppelt mit einer soliden Investmentstrategie haben wir uns immer bemüht, allgemeine Beitragserhöhungen auf dem Minimum zu halten. Der Verlauf unserer kumulativen allgemeinen Beitragserhöhungen während der letzten zehn Jahre liegt bei 45%, dabei erfolgte in den letzten zehn Jahren nur drei Mal eine generelle Erhöhung. Im gleichen Zeitraum stiegen die Anspruchskosten auf weit über 45%. Leider können wir die kleineren Schiffe nicht länger mit Ansprüchen kleinerer Höhe in Verbindung bringen.

Der Beweis hierfür zeigt sich auch in der Zahl der Ansprüche an den Club, die wertmäßig über US$1 Mio. hinaus gehen. Im Lauf der letzten 10 Jahre erhielten wir durchschnittlich jedes Jahr 7 Versicherungsansprüche von über US$1 Mio. im Wert. 2006 stieg diese Zahl auf 14 Ansprüche und ein ähnliches Verhaltensmuster beginnt sich auch für 2007 abzuzeichnen.

Unser Jahresbericht identifizierte ein Zeichnungsdefizit für das Policenjahr 2006 von US$30,2 Mio. Erste Anzeichen auf Grund der Zahlen für das erste Halbjahr 2007 deuten darauf hin, dass ein Defizit ähnlicher Höhe wahrscheinlich ist. Obwohl die Anlagenrendite im letzten Jahr das Defizit deckte, bleibt es das wesentliche Ziel, dass wir einen Zeichnungsausgleich erzielen sollten. Dies bedeutet, wir müssen einen beträchtlichen Teil des Defizits ausgleichen.

Trotz dieser harten Realität halten wir es nicht für angebracht, einen sogenannten 'broad brush' Ansatz zu verwenden, indem wir bei der Verlängerung am 20. Februar eine generelle Erhöhung über alle Bereiche hinweg vornehmen. Wir werden unsere Politik der Bewertung jeder Handelsregion und jedes Schiffstyps, der innerhalb einer spezifischen Handelsregion operiert, beibehalten. Wir werden uns die einzelnen Ansprüche und die Management-Vorgeschichte jedes Mitglieds ansehen und Zeichnungsangleichungen vornehmen. Wir werden uns auch sehr genau die Höhe des Selbstbehalts ansehen.

Wir sind der Ansicht, dass diese Strategie fair ist und beibehalten werden sollte, wenn man anerkennt, dass die mit einem bestimmten Schiffstyp verbundenen Risiken in einer Handelsregion sich sehr stark von einer anderen unterscheiden können. Dies reflektiert den speziellen Ansatz des Clubs in Bezug auf Gegenseitigkeit, wobei die Vorteile einer weltweiten Streuung gekoppelt werden mit einem gründlichen Verständnis der lokalen Risikofaktoren.

Alle Mitglieder werden gebeten werden, eine Beitragserhöhung zu zahlen, um den steigenden Anspruchskosten in Verbindung mit der Kostenerhöhung unserer grundlegenden Rückversicherung zu begegnen und ganz einfach der allgemeinen Risikozunahme gerecht zu werden, deren Enwicklung wir weltweit in Bezug auf Regimes, die eine Gefährdung darstellen können (liability regimes), verfolgen.

Die Strategie des Clubs besteht nach wie vor darin, Beitragsstabilität in Verbindung mit höchstem Serviceumfang, gekoppelt mit der finanziellen Sicherheit des Clubs, zu gewährleisten und diese Maßnahmen werden dazu beitragen, sicherzustellen, dass die langfristige Finanzstärke des Clubs aufrecht erhalten wird.

Die Schätzung für die Zusatzzahlung für das Policenjahr 2008/09 wird mit 25% weiterhin aufrecht erhalten.

Hochachtungsvoll,

THE SHIPOWNERS’ PROTECTION LIMITED
(Als Manager)
Im Namen und Auftrag von
The Shipowners’ Mutual Protection and Indemnity Association (Luxembourg)